ZU-001Zucht und Wurf
Wurfplanung beim Rottweiler: der Fahrplan
Was vor dem Deckakt beim Rottweiler entschieden und untersucht wird: Untersuchungen, Papiere, Anmeldung und Terminwahl im Überblick.
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Kurzantwort
Vor einem Rottweiler-Wurf werden die Zuchttauglichkeit der Elterntiere, die Papiere und der Termin festgelegt. Verlangt sind in der Regel HD- und ED-Befunde, ein gültiger Ahnentafel-Eintrag und die Anmeldung beim zuständigen Zuchtverband. Der Deckakt selbst ist der letzte Schritt eines Fahrplans, der Monate vorher beginnt. Wer sich allgemein über Zuchtmethoden und Gesundheitsprüfungen bei Rassehunden informieren will, findet bei einem élevage de spitz allemand ein Beispiel dafür, wie ein kleiner Betrieb seine Zucht über mehrere Jahre dokumentiert.
Welche Untersuchungen vor einem Rottweiler-Wurf verlangt werden
Die Zuchtordnungen der dem VDH angeschlossenen Rassehundeverbände verlangen für den Rottweiler in der Regel mehrere Gesundheitsnachweise, bevor ein Deckakt genehmigt wird. Dazu gehören Röntgenaufnahmen der Hüftgelenke zur HD-Beurteilung und der Ellenbogengelenke zur ED-Beurteilung. Beide Aufnahmen werden von einem zugelassenen Tierarzt erstellt und von einem Gutachter des Verbandes ausgewertet. Der Befund gilt zeitlich begrenzt und muss zum Zeitpunkt der Belegung gültig sein.
Hinzu kommen Nachweise über die Augenuntersuchung und, je nach Verband, über weitere erbliche Erkrankungen. Beim Rottweiler wird zusätzlich auf Merkmale geachtet, die im Rassestandard Nummer 147 der FCI beschrieben sind: Größe, Gewicht, Fellfarbe und Wesen. Ein Hund, der diese Merkmale nicht erfüllt, erhält keine Zuchtzulassung, auch wenn die Gelenkbefunde unauffällig sind.
Solche Seiten zeigen, dass Gesundheitsnachweise und Papiere nicht erst kurz vor dem Wurf, sondern über die gesamte Zuchtlaufbahn hinweg geführt werden.
Wie eine Verpaarung geplant und angemeldet wird
Die Planung beginnt mit der Auswahl der beiden Elterntiere. Entscheidend sind nicht nur die Befunde, sondern auch die Abstammung. Der Züchter prüft die Ahnentafeln beider Hunde und achtet darauf, dass keine zu enge Verwandtschaft vorliegt. Viele Verbände verlangen einen bestimmten Verwandtschaftskoeffizienten, der nicht überschritten werden darf.
Ist die Paarung gewählt, wird sie beim zuständigen Zuchtverband angemeldet. Die Anmeldung erfolgt schriftlich und enthält die Registriernummern beider Hunde, die Kopien der Gesundheitszeugnisse und den geplanten Zeitraum. Der Verband prüft die Unterlagen und erteilt eine Deckgenehmigung. Ohne diese Genehmigung werden die Welpen später nicht in das Zuchtbuch eingetragen.
Die Anmeldung sollte früh erfolgen. Zwischen Antrag und Genehmigung können Wochen liegen, besonders wenn Unterlagen nachgereicht werden müssen. Wer erst kurz vor der Läufigkeit der Hündin anmeldet, riskiert, dass der Termin nicht mehr gehalten werden kann.
Was ein Züchter vor dem Deckakt entscheiden muss
Vor dem Deckakt fallen mehrere Entscheidungen, die den weiteren Verlauf bestimmen. Zuerst die Wahl des Deckrüden: Er muss selbst eine gültige Zuchtzulassung besitzen und gesundheitlich geeignet sein. Dann die Frage, ob die Hündin zum geplanten Zeitpunkt überhaupt belegt werden soll. Tierärztliche Fachliteratur weist darauf hin, dass Alter, Allgemeinzustand und der Abstand zur vorherigen Läufigkeit berücksichtigt werden müssen.
Weiter muss der Züchter entscheiden, wo der Deckakt stattfindet und wer ihn begleitet. Manche Verbände verlangen, dass ein Deckakt dokumentiert wird, etwa durch ein Deckprotokoll mit Datum und Unterschrift der Beteiligten. Dieses Protokoll ist später Grundlage für die Wurfabnahme.
Schließlich ist die Frage der Wurfabnahme zu klären. Der Züchter muss wissen, welcher Zuchtwart zuständig ist und wann dieser die Welpen begutachtet. Die Abnahme erfolgt in der Regel, bevor die Welpen abgegeben werden.
Wie wird der Termin für den Deckakt gelegt
Der Termin richtet sich nach dem Zyklus der Hündin. Die Läufigkeit dauert bei der Hündin etwa drei Wochen, und der fruchtbare Zeitraum liegt in der Mitte. Tierärzte bestimmen den günstigsten Zeitpunkt häufig über eine Progesteronuntersuchung im Blut. Diese Untersuchung gibt den Eisprung genauer an als die reine Beobachtung der äußeren Anzeichen.
Der Züchter legt den Decktermin also nicht frei fest, sondern richtet ihn nach dem Ergebnis der Untersuchung. Fällt der Termin in eine Zeit, in der der Deckrüde nicht verfügbar ist, muss die Planung verschoben werden. Deshalb gehört zur Terminwahl immer ein Puffer: Der geplante Zeitraum sollte mehrere Tage umfassen.
Wer die Papiere führt
Die Papiere führt der Zuchtverband, nicht der Züchter allein. Der Verband vergibt die Ahnentafeln, trägt die Würfe in das Zuchtbuch ein und stellt die Papiere für die Welpen aus. Der Züchter liefert die Daten: Deckprotokoll, Gesundheitszeugnisse, Wurfstärke und Kennzeichnung der Welpen.
Für den Käufer ist die Ahnentafel das entscheidende Dokument. Sie belegt die Abstammung und die Eintragung in ein anerkanntes Zuchtbuch. Ohne gültige Papiere der Elterntiere und ohne Deckgenehmigung wird kein Wurf eingetragen. Wer einen Welpen ohne Papiere erwirbt, kann die Abstammung nicht über den Verband nachvollziehen.
Was vor dem Deckakt schriftlich vorliegen sollte
Vor dem Deckakt sollten alle Unterlagen vollständig sein. Dazu gehören die gültigen Gesundheitszeugnisse beider Hunde, die Ahnentafeln, die Deckgenehmigung des Verbandes und, falls verlangt, das Deckprotokoll. Fehlt ein Dokument, kann der Wurf später nicht abgenommen werden.
Der Züchter prüft die Unterlagen am besten einige Wochen vor dem geplanten Termin. So bleibt Zeit, fehlende Befunde nachzureichen. Eine Untersuchung, die erst nach dem Deckakt erfolgt, kann eine fehlende Zulassung nicht mehr heilen.
Quellenlage und Grenzen
Die Angaben zu Untersuchungen und Anmeldung stammen aus den Zuchtordnungen der Rassehundeverbände und aus tierärztlicher Fachliteratur zu Gelenkerkrankungen. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich je nach Verband und können sich ändern. Verbindlich ist immer die aktuelle Zuchtordnung des Verbandes, bei dem der Hund eingetragen ist. Der Rassestandard Nummer 147 der FCI beschreibt das äußere Erscheinungsbild und das Wesen, nicht die Zuchtformalitäten.


